Märchenhafte Ordnung schaffen

" Harmonie, Gleichklang herzustellen, die Dinge „in Ordnung“ zu bringen, ist tiefe Sehnsucht des menschlichen Seins.

Geraten die Verhältnisse, geraten die menschlichen Beziehungen aus dem Gleichgewicht, dann entsteht „Unordnung“.

Und dieser Zustand, im Inneren, wie im Äußeren, verursacht Un – zufriedenheit, Un – ruhe, Un – rast, führt zu Schmerz und Leid.

Harmonie, das Gleich – gewicht herzustellen, ist damit Thema uralten schamanischen Wissens und Tuns, das in den Märchen und Sagen bildhaften, wortgewaltigen Ausdruck gefunden hat.

Die Ausgangssituation des Märchens stellt die Dis - harmonie dar, der der Mensch ausgesetzt ist und der es gilt, sich zu stellen.

Die Erkenntnis ist somit schon der erste Schritt zu Heilung, dem dann der nächste folgen kann.

Es wird ein schwieriger Weg werden, der jedoch, wenn ihm konsequent gefolgt wird, die Ordnung wiederherstellt, gipfelnd im König-/innentum.

Die äußeren Dinge fügen sich, sie fügen sich der inneren Ordnung.

Aschenputtel muss wieder und wieder sortieren, muss in einem schmerzhaften Prozess Entscheidungen treffen und das für sich „Gute“ vom „Schlechten“ trennen.

Goldmarie muss die Dinge erledigen und in „Ordnung“ bringen, die es zu ordnen bedarf, das Brot zum rechten Zeitpunkt aus dem Ofen nehmen, die Äpfel vom Baum schütteln und sortieren.

Auf dem Weg zu Frau Holle, dem Prinzip der Einheit mit der Natur, nimmt sie das Notwendige als gegeben an und „räumt“ auf, schüttelt die Federbetten, schüttelt das Belastende ab, bringt die Dinge in Bewegung.

Der Weg der äußeren Ordnung korrespondiert mit dem Weg zur inneren Ordnung und umgekehrt.

Das Innere spiegelt das Äußere, das Äußere spiegelt das Innere.

„Und sie lebten in Frieden und großer Eintracht und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“, … in uns, könnten wir ergänzen."

Lieber Bernd, ich danke dir, dass du mit deiner Kompetenz und deinem Einfühlen dazu beiträgst, das Thema Ordnung märchenhaft darzustellen. Verfasst von Dr. Bernd Thieser aus Wunsiedel